Was ist Waldpädagogik?

Durch seine Vielzahl an echten und lebendigen Anschauungsobjekten ist der Wald ein idealer Ort des Erlebens, des Erkennens und des Lernens. Die Faszination und die Schönheit des Waldes wecken das Interesse an der Natur und regen zum Staunen und Nachdenken an. Bei der Waldpädagogik stehen selbstgemachte Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler gleichwertig neben dem Erkenntnisgewinn zu Waldökologie und Forstwirtschaft sowie deren lokalen und globalen Auswirkungen. Durch die nachhaltige Forstwirtschaft erleben Schülerinnen und Schüler, wie ökonomische Interessen mit ökologischen und sozialen Belangen austariert und welche Kompromisse gefunden werden können. Deshalb ist Waldpädagogik waldbezogene Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

befähigt Menschen, vorausschauend zu denken, informiert Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Lerninhalte der BNE sind zentrale Themen wie

  • Biodiversität,
  • systemische Zusammenhänge,
  • nachhaltiger Konsum oder
  • Mobilität.

Waldpädagogik im Kontext schulischen Lernens

Der Wald ist ein komplexes Ökosystem, ein beliebter Erholungsraum, wichtiger Wirtschaftsraum und spannender Erlebnisraum sowie Klassenzimmer zugleich. Er ist ideal geeignet, um schulisches Lernen durch reale Situationen und echte Erfahrungen zu bereichern.


Die Vereinten Nationen verabschiedeten 2015 die Agenda 2030 mit 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung. Einen wesentlichen Beitrag, um diese Ziele zu erreichen, soll das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) leisten. Im Nationalen Aktionsplan für BNE, Handlungsfeld III, ist die besondere Bedeutung der Kooperation der Schulen mit außerschulischen Lernorten herausgehoben: „Schulen müssen sich mehr als bisher nach innen und außen öffnen, um Schnittstellen und Kooperationen mit außerschulischen Akteuren nutzen zu können.“ In der Waldpädagogik kooperieren seit über 30 Jahren Lehrkräfte mit Försterinnen und Förstern beispielhaft am Haus des Waldes. Es begann mit der Lehrer-Förster-Führung im Wald. Heute ist Bildung für nachhaltige Entwicklung ein selbstverständlicher Grundsatz in der Waldpädagogik. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler, da der Wald ganzheitliches und partizipatives Lernen ermöglicht und Bezüge zur eigenen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aufzeigt.

Schülerinnen und Schüler

  • erleben, untersuchen und nehmen mit allen Sinnen wahr
  • eignen sich Grundkenntnisse über Pflanzen, Pilze und Tiere an
  • beschreiben und reflektieren Stoffkreisläufe
  • erkennen Zusammenhänge und Abhängigkeiten
    im Ökosystem Wald
    reflektieren und bewerten Erkenntnisse
  • arbeiten verantwortlich mit Werkzeugen
  • planen und handeln im Team
  • treffen gemeinsam Entscheidungen
  • lernen mit realem Alltagsbezug.

Wald fördert:

  • Fach- und Methodenkompetenz wie Wissen selbst anzueignen oder Gelerntes auf andere Situationen zu übertragen.
  • Selbstkompetenz wie die Fähigkeit, Ziele zu verfolgen oder eigene Stärken und Schwächen einzuschätzen.
  • Sozialkompetenz wie mit anderen zu kooperieren oder Empathie für andere zu entwickeln.